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Schattenhandel im Internet: Wie die Shadow Brokers mit NSA-Daten ein ganzes System in Frage stellen
Schattenhandel im Internet: Wie die Shadow Brokers mit NSA-Daten ein ganzes System in Frage stellen
Time icon23 November 2017, 9:06 am

August 2016: Eine bis dahin unbekannte Hackergruppe bietet auf Twitter den massenweisen Verkauf von Geheimdienstinformationen an. Dass es sich dabei um authentisches Material handelt, beweist die Gruppe durch die Veröffentlichung nachweislich echten NSA-Codes. Das Medienecho war verhalten – zu sehr hallten noch Edward Snowdens Veröffentlichungen aus dem Jahr 2013 nach.

 

Die Herkunft der Shadow Brokers ist immer noch unklar

Doch die Hacker, die sich selbst Shadow Brokers („Schattenhändler“) nennen, mit Pidgin-Englisch kokettieren und zu weiteren Spekulationen anheizen, haben ihr Wort bisher gehalten: Sie verkaufen im Darknet wöchentlich Zero Day Exploits, Cyber-Waffen und Anderes mehr, was der amerikanische Geheimdienst entwickelt hatte. WannaCry und BadRabbit basierten etwa auf Material der Shadow Brokers.

Im Unterschied zu Snowden, der Codewörter und Einsatzpläne medienwirksam gemeinsam mit Journalisten veröffentlichte, gehen die Shadow Brokers einen anderen Weg: Sie verkaufen gleich den gesamten Code. Der potenzielle Schaden könnte damit die Snowden-Leaks deutlich übertreffen.

 

Leaks verursachen enorme Schäden und starten Hexenjagd bei der NSA

Das beunruhigt die amerikanischen Geheimdienste: Nicht nur, dass durch die Leaks ein Millionenschaden entstanden ist, weil Programme aufwendig neu geschrieben werden müssen und nachrichtendienstliche Informationen nicht mehr wie geplant erlangt werden können. Die Daten der Shadow Brokers weisen außerdem auf ein riesiges Datenleck der NSA hin. So suchen NSA und FBI bereits seit 15 Monaten nach dem oder den Schuldigen. Innerhalb der informationstechnischen Nachrichtenbehörde gab es bereits unzählige Verdächtige, Lügendetektor-Tests und eingezogene Reisepässe. Dadurch entsteht der Eindruck eines sinkenden Schiffs – und die ersten IT-Talente verlassen es bereits in die freie Wirtschaft.

Doch bis zum heutigen Tag ist unklar, ob die Shadow Brokers auf China, Russland oder eine undichte Stelle zurückgehen. Möglich ist alles – zumal, da seit März auch CIA-Dokumente auf Wikileaks veröffentlicht werden. So stellt sich zunehmend die Frage, ob die bisherige, offensive Cyberkriegsführung der USA eine falsche Taktik war. Denn nun stehen die USA unter Zugzwang, ihren Verbündeten zu erklären, wie diese Cyberwaffen überhaupt in falsche Hände geraten konnten. In Konsequenz stellt dieser Datendiebstahl die gesamte Cyberstrategie der USA in Frage.

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